Ein Nächtlich' Ritt

by Hāg

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released January 3, 2010

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Hāg Wien, Austria

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Track Name: Waldesnacht
In Waldes tiefen Schatten
Ruht das Leben;
Kein Laut zerbricht
Das ew'ge Schweigen.

Nur weit entfernt
Des halben Mondes
Einsam' Glimmern steht
An dunklem Himmelsdach.

Doch kein Licht bringend
Dem moosbewachs'nen
Laubbedeckten
Tauverhang'nen Boden

Denn undurchdringlich
Blatt an Blatt
Wie ein Schild
Die Kron' den Mondschein fängt

Tot scheint die Nacht,
Mit einem Leichentuch bedeckt
... Doch trägt sie Leben
... Auch im tiefsten Wald

Verborgen im Innern'
Ruht der Geist der Natur
Die Essenz des Seins
... Doch wer hat sie geseh'n?
Track Name: Der Geist
by Joseph von Eichendorff

Nächtlich dehnen sich die Stunden,
Unschuld schlaft in stiller Bucht,
Fernab ist die Welt verschwunden,
Die das Herz in Träumen sucht.

Und der Geist tritt auf die Zinne,
Und noch stiller wird's umher,
Schauet mit dem starren Sinne
In das wesenlose Meer.

Wer ihn sah bei Wetterblicken
Stehn in seiner Rüstung blank:
Den mag nimmermehr erquicken
Reichen Lebens frischer Drang. -

Fröhlich an den öden Mauern
Schweift der Morgensonne Blick,
Da versinkt das Bild mit Schauern
Einsam in sich selbst zurück.
Track Name: Nebelstimmung
Ich wandere einsam durch Feld und Hain,
Durch dichtes Gehölz und trüg’risches Moor;
Seh vor mir aufragen ein gewalt’ges Tor,
Eine Nebelwand, verschluckt jeder Schein.

Meine Schritte tragen mich schnell vorwärts
Rundum umschließt mich das Zwielicht sogleich;
Stehend im Düster’n die Bäume so bleich
In der Jahrhunderte zerrendem Schmerz.

Nebels Schleier sich langsam verdichtet
Keine Seel’ ich im Wald hier gesichtet,
Als plötzlich nah’ mir ertönet ein Horn.

Sieh – ein Reiter kommt durchs Dickicht geprescht
Vor ihm Abgrund, Fall, sein Schrei schon erlischt.
Frevel getilgt durch Naturs stummen Zorn.